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| << | < | > | >> | API | Kapitel 45 - Objektorientierte Persistenz |
Wenn wir uns an die Tabelle dir aus Kapitel 42 erinnern, könnten wir auf die Idee kommen, dass diese auch durch eine Java Bean abgebildet werden kann, deren Instanzen die Datensätze repräsentieren. Zur Erinnerung - und damit Sie nicht immer hin- und herblättern müssen - ist in Tabelle 45.1 noch einmal die Tabellenstruktur angeführt:
| Name | Typ | Bedeutung |
| did | INT | Primärschlüssel |
| dname | CHAR(100) | Verzeichnisname |
| fatherdid | INT | Schlüssel Vaterverzeichnis |
| entries | INT | Anzahl der Verzeichniseinträge |
Tabelle 45.1: Die Struktur der dir-Tabelle
Der Einfachheit halber wollen wir uns im ersten Teil des Kapitels auf die Tabelle dir der Datenbank konzentrieren, obwohl wie wir sehen werden die Java Bean für die Tabelle file ganz analog aussieht. Hierfür entwerfen wir zunächst eine einfache Java-Klasse mit Variablen, die den Attributen der Datenbanktabelle entsprechen. Jede Instanz der Klasse kann damit eine Zeile bzw. einen Datensatz der Tabelle repräsentieren.
001 /**
002 * Diese Klasse repräsentiert die Tabelle 'dir' der 'DirDB'
003 * Jede Instanz der Klasse repräsentiert wiederum einen
004 * Datensatz
005 */
006 public class Directory {
007
008 // Variablen die den Attributen der Tabelle entsprechen
009 private int did;
010 private String dname;
011 private int fatherid;
012 private int entries;
013
014 /**
015 * Ein einfacher Konstruktor ohne Initialisierung der
016 * Objektvariablen (Minimalkonstruktor)
017 */
018 public Directory() {
019 }
020
021 /**
022 * Konstruktor zum Erzeugen von Instanzen der Klasse
023 */
024 public Directory(int did,
025 String dname,
026 int fatherid,
027 int entries)
028 {
029 this.did = did;
030 this.dname = dname;
031 this.fatherid = fatherid;
032 this.entries = entries;
033 }
034
035 // Zugriffsmethoden, um die Daten
036 // Lesen und Schreiben zu können
037 public int getDid()
038 {
039 return did;
040 }
041
042 public void setDid(int did)
043 {
044 this.did = did;
045 }
046
047 public String getDname()
048 {
049 return dname;
050 }
051
052 public void setDname(String dname)
053 {
054 this.dname = dname;
055 }
056
057 public int getFatherid()
058 {
059 return fatherid;
060 }
061
062 public void setFatherid(int fatherid)
063 {
064 this.fatherid = fatherid;
065 }
066
067 public int getEntries()
068 {
069 return entries;
070 }
071
072 public void setEntries(int entries)
073 {
074 this.entries = entries;
075 }
076
077 public String toString()
078 {
079 return "Directory[id:"+ did + ", name:" + dname + "]";
080 }
081 }
|
Wie wir sehen enthält die Klasse Directory für jedes Datenbankattribut eine äquivalente Variable, die über Getter-Methoden ausgelesen und über Setter-Methoden verändert werden kann. Derartige Java-Objekte werden auch als Java Beans bezeichnet und in Abschnitt 44.1 beschrieben.
Die soeben erstellte Java-Klasse ist sehr einfach und entspricht auf triviale Weise der Datenbanktabelle dir. Diese Verknüpfung werden wir nun dem Persistenz-Framework anzeigen. Hierzu bedienen wir uns zusätzlicher Metainformationen in Form sogenannter Annotationen. Mehr zu Annotationen finden Sie in Abschnitt 43.6.
Die Metainformationen beeinflussen die Klasse oder den Programmablauf in keiner Weise, können jedoch zur Laufzeit - zum Beispiel über das Reflection API aus Kapitel 43 - ausgelesen werden. Die in den Annotationen hinterlegten Informationen teilen der Persistenzschicht mit, welche Tabelle in der Datenbank und welche Spalten durch die Attribute der Java Bean abgebildet werden. Listing 45.2 zeigt die hierfür notwendigen Erweiterungen.
001 import javax.persistence.*;
002
003 /**
004 * Diese Klasse repräsentiert die Tabelle 'dir' der 'DirDB'
005 * Jede Instanz der Klasse repräsentiert wiederum einen
006 * Datensatz
007 */
008 @Entity
009 @Table( name = "dir" )
010 public class Directory {
011
012 // Variablen die den Attributen der Tabelle entsprechen
013 private int did;
014 private String dname;
015 private int fatherid;
016 private int entries;
017
018 /**
019 * Ein einfacher Konstruktor ohne Initialisierung der
020 * Objektvariablen
021 */
022 public Directory() {
023 }
024
025 /**
026 * Konstruktor mit Initialisierung der Variablen
027 */
028 public Directory(int did,
029 String dname,
030 int fatherid,
031 int entries)
032 {
033 this.did = did;
034 this.dname = dname;
035 this.fatherid = fatherid;
036 this.entries = entries;
037 }
038
039 // Zugriffsmethoden, um die Daten der Klasse
040 // Auslesen und Schreiben zu können
041 @Id
042 @Column( name = "id" )
043 public int getDid()
044 {
045 return did;
046 }
047
048 public void setDid(int did)
049 {
050 this.did = did;
051 }
052
053 @Column( name = "dname", nullable = false )
054 public String getDname()
055 {
056 return dname;
057 }
058
059 public void setDname(String dname)
060 {
061 this.dname = dname;
062 }
063
064 @Column ( name = "fatherid" )
065 public int getFatherid()
066 {
067 return fatherid;
068 }
069
070 public void setFatherid(int fatherid)
071 {
072 this.fatherid = fatherid;
073 }
074
075 @Column ( name = "entries" )
076 public int getEntries()
077 {
078 return entries;
079 }
080
081 public void setEntries(int entries)
082 {
083 this.entries = entries;
084 }
085
086 public String toString()
087 {
088 return "Directory[id:"+ did + ", name:" + dname + "]";
089 }
090 }
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Directory.java |
Wenn wir Listing 45.2 mit Listing 45.1 vergleichen stellen wir fest, dass lediglich einige Annotationen hinzugekommen sind. Sie enthalten Informationen, die Java benötigt, um die Instanzen der Klasse mit der Tabelle in der Datenbank zu verknüpfen. Die Annotationen für das Java Persistenz API können entweder über den Attributen der Klasse selbst oder über den damit verknüpften Getter-Methoden stehen. Die Reihenfolge der Methoden spielt keine Rolle.
Tabelle 45.2 beschreibt die Bedeutung der verwendeten Annotationen:
| Annotation | Beschreibung |
| @Entity | Markiert die Klasse als persistierbares, das heißt mit einer Datenbank verknüpftes Objekt |
| @Table | Bezeichnet die verknüpfte Datenbanktabelle |
| @Id | Markiert das Attribut als Primärschlüssel der Datenbank |
| @Column | Verknüpft das Attribut mit einer Spalte in der Datenbanktabelle |
Tabelle 45.2: Die Struktur der dir-Tabelle
Die Annotationen @Table und @Column besitzen jeweils das Attribut name, das den Namen der verknüpften Datenbanktabelle bzw. -spalte enthält. Ist dieser Name identisch mit dem Namen des Java-Attributs kann die Angabe auch weggelassen werden. Allerdings empfehlen wir Ihnen - schon allein um die Dokumentation zu erhöhen - diese Angabe mit aufzunehmen. Zeile 053 zeigt zudem, dass die Annotationen weitere Attribute aufnehmen können, mit denen die Struktur und Beschränkungen der Datenbank granular beschrieben werden können.
Die Annotation @Column unterstützt die in Tabelle 45.3 beschriebenen Attribute:
| Attribut | Typ | Beschreibung | Standardwert |
| name | String | Name der Tabellenspalte | Name des Java Bean Attributs |
| length | int | Maximale Länge des Eintrags | 255 |
| table | String | Name einer Tabelle | Namen der Tabelle dieser Java Bean |
| nullable | boolean | Sind null-Werte erlaubt? | true |
| insertable | boolean | Darf dieser Wert mit INSERT Statements verändert werden? | true |
| updateable | boolean | Darf dieser Wert mit UPDATE Statements geändert werden? | true |
Tabelle 45.3: Attribute der Annotation @Column
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Egal welche Konstruktoren Sie für die mit der Datenbank verknüpfte Java Bean vorsehen: Das Persistenz-Framework benötigt zusätzlich immer einen parameterlosen Standardkonstruktor. Bei Bedarf können Sie dessen Sichtbarkeit auch über den Modifier protected einschränken, er muss jedoch vorhanden sein. |
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Jetzt haben wir eine Java Bean erstellt, die in der Lage ist einen Datensatz der Tabelle dir aufzunehmen und diese anschließend mit Zusatzinformationen ausgestattet, um die Verknüpfung zwischen Datenbank und Java-Klasse beschreiben. Was noch fehlt sind Informationen darüber, in welcher Datenbank sich die entsprechenden Tabellen befinden.
Natürlich könnten diese Informationen theoretisch ebenfalls in der Java-Klasse abgelegt werden, dies würde jedoch zu unflexiblem Code führen, der nicht mit verschiedenen Datenbanken zusammenarbeiten würde. Um die Datenbank auch im Nachhinein flexibel austauschen und beispielsweise statt der HSQLDB eine Access oder MySQL-Datenbank verwenden zu können, werden diese Konfigurationsdaten in einer separaten Datei gespeichert. Diese wird auch als Persistence Descriptor bezeichnet.
001 <?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1"?> 002 003 <!-- Persistence Descriptor zur Konfiguration --> 004 <persistence> 005 006 <!-- Hinterlegen eines symbolischen Namens --> 007 <persistence-unit name="persistenceExample" 008 transaction-type="RESOURCE_LOCAL"> 009 010 <!-- Zu verwendende Implementierung --> 011 <provider>org.hibernate.ejb.HibernatePersistence</provider> 012 013 <!-- Persistierbare Klassen --> 014 <class>Directory</class> 015 016 <!-- Konfiguration der Hibernate Implementierung --> 017 <properties> 018 <!-- Name des intern verwendeten JDBC-Treibers --> 019 <property name="hibernate.connection.driver_class" 020 value="org.hsqldb.jdbcDriver"/> 021 022 <!-- URL der zu verwendenden Datenbank --> 023 <property name="hibernate.connection.url" 024 value="jdbc:hsqldb:hsqldbtest"/> 025 026 <!-- SQL-Dialect, den Hibernate verwenden soll --> 027 <property name="hibernate.dialect" 028 value="org.hibernate.dialect.HSQLDialect"/> 029 030 <!-- Benutzername und Passwort; Standardwerte der HSQLDB --> 031 <property name="hibernate.connection.username" value="SA"/> 032 <property name="hibernate.connection.password" value=""/> 033 034 <!-- Flag, ob Tabellen automatisch erzeugt werden sollen --> 035 <property name="hibernate.hbm2ddl.auto" value="create"/> 036 037 <!-- Flag, ob SQL-Statements ausgegeben werden sollen --> 038 <property name="hibernate.show_sql" value="true"/> 039 040 <!-- Flag, ob SQL-Statements formatiert werden sollen --> 041 <property name="hibernate.format_sql" value="true"/> 042 </properties> 043 </persistence-unit> 044 </persistence> |
persistence.xml |
Diese Datei muss unter dem Namen persistence.xml im Classpath abgelegt werden und schon kann das Persistenz API die Klasse Directory mit der Tabelle dir in der HSQLDB verknüpfen. Am einfachsten ist dies zu bewerkstelligen, indem die Datei persistence.xml gemeinsam mit der kompilierten Class-Datei Directory.class gespeichert wird.
Die Konfigurationsdatei ist in einzelne Segmente aufgeteilt, die verschiedene Aufgaben haben. Listing 45.3 ist so vorkonfiguriert, dass es mit der HSQLDB aus Kapitel 42 verwendet werden kann. Um auf die Tabellen einer anderen Datenbank zuzugreifen müssen der Datenbanktreiber, die URL und die Zugangsdaten angepasst werden. Wenn Sie dieses Listing mit Listing 42.3 vergleichen, sollten Ihnen viele Optionen vertraut vorkommen. Diese sind nun aber nicht mehr fest in die Java-Klasse einkompiliert, sondern können in einer separaten Datei gewartet werden.
| Zeile | Beschreibung der Konfigurationseinstellung |
| Zeile 007 | Ein symbolischer Name für die Konfiguration, der später für den Zugriff verwenden wird |
| Zeile 008 | Steuerung der Transaktionen auf SQL-Ebene. Erlaubte Werte sind RESOURCE_LOCAL und JTA (Standardwert). Für die Verwendung mit der Standard Edition ist RESOURCE_LOCAL notwendig |
| Zeile 014 | Liste der Klassen, die mit der Datenbank verknüpft werden sollen |
| Zeile 020 | Name des passenden mit der Datenbank kompatiblen JDBC-Treibers |
| Zeile 024 | Name der Datenbank |
| Zeile 031 | Benutzername für den Zugriff auf die Datenbank |
| Zeile 032 | Passwort für den Zugriff auf die Datenbank |
| Zeile 035 | Gibt an, ob die Tabellen bei Bedarf zur Laufzeit erzeugt werden sollen |
| Zeile 038 | Gibt an, ob die intern ausgeführten SQL-Statements auf der Kommandozeile ausgegeben werden sollen |
| Zeile 041 | Gibt an, ob die intern ausgeführten SQL-Statements formatiert ausgegeben werden sollen |
Tabelle 45.4: Anpassen der Konfigurationsdatei
Nachdem wir die Datei persistence.xml zusammen mit der Directory-Class abgelegt haben können wir nun mit dem Java Persistenz API arbeiten
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Der in diesem Abschnitt verwendete Persistence Descriptor (persistence.xml) ist für die Verwendung mit der Java Standard Edition und damit außerhalb eines Java EE Application Servers konfiguriert. Wenn Sie die JPA in einer Java-EE-Umgebung einsetzen möchten, müssen Sie den transaction-type in Zeile 008 auf JTA setzen. |
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Die vorangegangenen Schritte erscheinen Ihnen vielleicht aufwändiger als die vermeintlichen Pendants im Kapitel über JDBC. Der Vorteil des Java Persistenz API liegt jedoch vor allem in der wesentlich einfacheren Anwendung, mit der wir uns im folgenden Abschnitt beschäftigen werden. Die gute Nachricht ist: Nachdem wir die Verknüpfung zwischen Java-Klasse und Datenbank nun konfiguriert haben, können wir nachfolgend einfach mit der Directory-Klasse arbeiten, ohne uns weiter um SQL oder Aspekte der Datenbank kümmern zu müssen. |
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| Titel | Inhalt | Suchen | Index | DOC | Handbuch der Java-Programmierung, 6. Auflage, Addison Wesley, Version 6.0 |
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